Ziele

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1. Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milcherzeuger fördern


Die deutsche Milchpolitik muss sich darauf ausrichten, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Milchproduzenten zu verbessern. Sämtliche politischen Maßnahmen, die eine Einschränkung der Milcherzeuger auf nationaler Ebene bewirken, bedeuten eine Benachteiligung der deutschen Milchbauern und müssen unterbleiben. In der Wertschöpfungskette Milch wollen wir den Milcherzeuger-Anteil optimieren. Dazu gehört selbstverständlich auch, die einzelbetriebliche Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Wir wollen die Milcherzeuger in ihrer menschlichen und betrieblichen Entwicklung stärken. Die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, erfordert unsere Bereitschaft dazu zulernen. Wir werden unsere Milcherzeuger auf dem Weg zur Ausgestaltung zukünftiger Lieferbeziehungen aktiv begleiten, um ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Milcherzeuger, die in Molkereigenossenschaften Aufgaben erfüllen, müssen fachlich qualifiziert werden. Neben der Verbesserung der fachlichen Qualifikation werden wir das Netzwerk UM nutzen, um unsere Erfahrungen auf den Vorstand- und Aufsichtratsebenen auszutauschen.

Die Mitglieder unseres Netzwerkes sind bereit, ihr umfangreiches Know How der Milchviehwirtschaft anderen Kollegen zur Verfügung zu stellen. Der offene und ehrliche Austausch an Informationen zur Optimierung einer standortgerechten Milchproduktion und Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Ergebnisse ist Ehrensache und unabhängig von der Betriebsgröße. Wir wollen von erfolgreichen Kollegen lernen, Neiddiskussionen sind uns ein Gräuel.

2. Schulmilch in Deutschland


Die Botschaft muss sein: Quark, Joghurt, Butter, Milch und Co. sind nicht nur gesund, sondern köstlicher Bestandteil eines modernen Lebensstils. Die Absatzwerbung muss zielgruppengerichtete Ansätze entwickeln, neue Verbraucher gewinnen und bestehende Kauferschichten stärken und halten. Wünschenswert sind z. B. die flächendeckende Wiedereinführung der Schulmilch, um Kinder und Jugendliche besser an Milch heranzuführen und damit die Kunden von Morgen zu gewinnen - Zahlen zur Schulmilch hier.

Schulmilch ist mehr als Absatzförderung
Das Thema Schulmilch ist in aller Munde. Politiker, Verbands- und Amtsvertreter bemühen beinahe täglich das Beispiel von der Schulmilch, wenn es um die Lage am Milchmarkt geht. Wir sind erfreut, dass die Schulmilch plötzlich wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt wird. Denn um die Schulmilch ist es schlecht bestellt. In den letzten zehn Jahren sank der Schulmilchabsatz  in Deutschland von 75 t auf  26 t (!). Dies entspricht einem Rückgang von 65 %. Der flächendeckende Rückzug der Schulmilch ist nicht nur aus dem Gesichtspunkt des Absatzes erschreckend. Die Milch verliert den Anschluss an die Jugend, ihren Zukunftsmarkt. Und die Jugend verliert den Zugang zu einem wertvollen Lebensmittel. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) macht unter Verweis auf den gerade erschienenen "Ernährungsbericht 2008" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) darauf aufmerksam, dass in allen Altersstufen eine Nährstoffunterversorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen, die in Milch und Milchprodukten enthalten sind, festzustellen sei. Schon bei Kleinkindern werde die empfohlene Milchmenge im Schnitt nicht erreicht. Vor allem aber bei den vier- bis fünfjährigen Kleinkindern würden die Kalziumempfehlungen deutlich unterschritten. Das wollen wir ändern.
 
Anpacken statt Reden
Wir reden nicht nur über Schulmilch, wir packen an. Unsere hessische UM Gruppe erarbeitet zusammen mit dem Kreisbauernverband ein Pilotprojekt, um im Kreis Wetterau die flächendeckende Schulmilchversorgung wieder aufzubauen. Das ist ein erster Schritt, der andere Milcherzeuger ermuntern soll, auf diesem Gebiet aktiv zu werden. Damit die Schulmilchversorgung bundesweit wieder Boden gewinnt, sind gemeinsame Anstrengungen der Politik, Eltern, Schulen und Milcherzeuger erforderlich. Daran arbeiten wir. Wer sich mit eigenen Projekten einbringen will und/oder Erfahrungen austauschen möchte, kann sich gerne mit uns per Email in Verbindung setzen.

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3. Aktive Beteiligung der deutschen Milchbauern auf wachsenden Märkten


Deutschland ist keine Insel in Europa. Die Durchsetzung der Quotenerhöhung im März 2008 mit nur zwei Gegenstimmen (Deutschland und Österreich) sowie das Verhalten der östlichen und westlichen Nachbarn beim Lieferstreik im Juni 2008 haben die Ausrichtung der anderen europäischen Länder sehr deutlich werden lassen.

Eine wie auch immer geartete „Mengensteuerung“ speziell für die deutschen Produzenten kann deshalb nicht funktionieren. Sie setzt eine Abwärtsspirale der Milchproduktion in Gang, denn jährliche Senkungen der erlaubten Milchmenge („Anpassung an den deutschen Markt“) schwächen die gesamte Branche. Eine nationale Mengensteuerung festigt somit lediglich die bestehenden Strukturen und lässt den deutschen Milchbauern keine Chance, sich an den wachsenden Märkten aktiv zu beteiligen und ihre Betriebe weiterzuentwickeln.


4. Ausstieg aus der Quotenregelung vorbereiten („Sanfte Landung“)


Vermieden werden sollten alle Maßnahmen, die kurz vor dem beschlossenen Ende der Quotenregelung zur einseitigen Erhöhung des Quotenwertes beitragen. Ein definierbarer Nutzen in Gestalt „sicherer“ Milchpreise wurde und wird auf diese Weise nicht erreicht.

Der Einkommenstransfer an nicht mehr aktive Milcherzeuger in Milliardenhöhe schwächt die melkenden Betriebe, die sich den Herausforderungen des Marktes stellen und auch in Zukunft melken wollen. Untersuchungen aus Kanada haben gezeigt, dass unter einem Quotenregime besonders Familienbetriebe zu leiden haben.

Der Milchpreis und die Milchpolitik im eigentliche Sinne können räumliche und strukturelle Verschiedenheiten der Milchviehbetriebe in unserem Land nicht ausgleichen. Dazu ist ein gesellschaftspolitischer Wille erforderlich. Wer z.B. die Milchproduktion in schwierigen Berg- und Küstenregionen erhalten will, muss dazu konkrete Maßnahmen anbieten.


5. Den Markt entwickeln


Markt besteht aus Angebot und Nachfrage. Statt das Angebot zu reduzieren, sollten mehr Anstrengungen von Seiten der Milcherzeuger unternommen werden, um die Nachfrage nach deutschen Milchprodukten zu stimulieren.

Die Botschaft muss sein: Quark, Joghurt, Butter, Milch und Co. sind nicht nur gesund, sondern köstlicher Bestandteil eines modernen Lebensstils. Die Absatzwerbung muss zielgruppengerichtete Ansätze entwickeln, neue Verbraucher gewinnen und bestehende Kauferschichten stärken und halten. Wünschenswert sind z. B. die flächendeckende Wiedereinführung der Schulmilch, um Kinder und Jugendliche besser an Milch heranzuführen und damit die Kunden von Morgen zu gewinnen.

Verbraucher brauchen klare Informationen über die Zusammensetzung von Lebensmitteln, nur dann können sie eine Kaufentscheidung bewusst treffen. Lebensmittel mit Milchbestandteilen und Milchprodukte müssen korrekt und unmissverständlich gekennzeichnet sein. Dazu ist die Verwendung eindeutiger Begrifflichkeiten notwendig (Analog-Käse ist kein Käse, Sojagetränke sind keine Milch!). Das ist umso dringlicher, da Konsumenten verstärkt zu Convenience-Produkten greifen. Der Käufer kann z.B. die Wertigkeit und Preiswürdigkeit einer Tiefkühlpizza nur dann beurteilen, wenn er die Zutaten genau kennt. Werbeaussagen zur Herkunft (Region, Landstrich, Gebirge usw.) eines Milchprodukts dürfen nicht über die Herkunft des Rohstoffes hinwegtäuschen. Wer eine regionale Auslobung trifft oder durch grafische Motive der Verpackung die Assoziation einer bestimmten Herkunft erzeugt, muss die Milch aus der beworbenen Region beziehen. Alles andere ist Verbrauchertäuschung.


6.Was drauf steht, muss drin sein!


Verbraucher brauchen klare Informationen über die Zusammensetzung von Lebensmitteln, nur dann können sie eine Kaufentscheidung bewusst treffen. Lebensmittel mit Milchbestandteilen und Milchprodukte müssen korrekt und unmissverständlich gekennzeichnet sein. Dazu ist die Verwendung eindeutiger Begrifflichkeiten notwendig (Analog-Käse ist kein Käse, Sojagetränke sind keine Milch!). Das ist umso dringlicher, da Konsumenten verstärkt zu Convenience-Produkten greifen. Der Käufer kann z.B. die Wertigkeit und Preiswürdigkeit einer Tiefkühlpizza nur dann beurteilen, wenn er die Zutaten genau kennt. Werbeaussagen zur Herkunft (Region, Landstrich, Gebirge usw.) eines Milchprodukts dürfen nicht über die Herkunft des Rohstoffes hinwegtäuschen. Wer eine regionale Auslobung trifft oder durch grafische Motive der Verpackung die Assoziation einer bestimmten Herkunft erzeugt, muss die Milch aus der beworbenen Region beziehen. Alles andere ist Verbrauchertäuschung. Daher macht sich UM stark für eine bessere Kennzeichnung der Molkereiprodukte und hat eine Stellungnahme zum Grünbuch (hier als pdf) der EU-Komission erstellt.


7. Öffentlichkeitsarbeit


Vom Deich bis zu den bayerischen Bergen prägen Milchkühe das Aussehen
der Landschaft. Unser Land hat hervorragende Milchbauern, die mit Fleiß, Mut und hohem Können aktuelle und zukünftige Herausforderungen meistern. Wir leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Erhalt von Kulturlandschaften, sondern sind auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Es ist uns ein besonderes Anliegen, bei Medienvertretern, Lehrern, Politikern usw. ein positives Bild von Milcherzeugern zu vermitteln. Die Wertschätzung für unseren Berufsstand und das wertvolle Lebensmittel "Milch" das wir erzeugen, soll verbessert werden.


Und nicht zuletzt: Das Jammern liegt uns nicht, wir haben Freude am Beruf - und das wollen wir auch vermitteln!

Beispiel: Bundessprecher Fritz Jäger im ZDF *klick*





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