Update Eurotier 2008

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Das Unternehmen Milch tagte auf der Eurotier.
Die wichtigsten Ergebnisse der Strategietagung lassen sich in drei Punkte fassen:
1) Milchquote schnell entwerten
2) Absatz für Milchprodukte ankurbeln
3) Wettbewerbsfähigkeit deutscher Milchbauern stärken


Zu 1. Milchquote schnell entwerten:
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Wert der Milchquote fallen muss. Bereits heute übersteigt die Summe der europaweit ausgegebenen Milchquoten den Eigenbedarf der EU-Bevölkerung bei weitem. Von der Quote geht keine mengenregulierende oder preisstabilisierende Wirkung aus, wie die aktuelle Situation überdeutlich zeigt. Die Quote ist aus unserer Sicht bereits ordnungspolitisch wertlos, daher müssen alle Maßnahmen unterbleiben, die zur Erhöhung der Milchbörsenpreise in Deutschland führen. In der Diskussion wie die Quote entwertet werden soll, wurden von den Teilnehmern zwei Wege ins Spiel gebracht: eine regelmäßige Quotenaufstockung oder die deutliche Senkung der Superabgabe. Die Senkung der Superabgabe von 27,83 auf 10 Cent/kg Milch hätte den Vorteil, dass nur die Betriebe davon profitieren, die tatsächlich mehr produzieren wollen und können. Außerdem hätte das Instrument der gesenkten Superabgabe den Vorteil, dass es keinen so großen Anreiz zur allgemeinen Mehrproduktion auslöst, wie es eine europaweite Quotenerhöhung in der Regel tut.

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Zu 2. Absatz für Milchprodukte ankurbeln
Der Verbraucher ist verunsichert. Die unsäglichen Milchpreisdiskussionen des Herbstes 2007 und während des Milchstreiks haben Milch und Butter zu den preissensibelsten Lebensmitteln gemacht. Der Preis für einen Liter Vollmilch kann mittlerweile jedes Kind aufsagen. Der Verbraucher bekundet in Umfragen stets seine Sympathie für Milchbauern, aber am Kühlregal trifft er seine eigene Entscheidung. Die jüngsten Studien der ZMP belegen, dass der Konsum von Milchprodukten quer durch alle Sortimente stark zurückgegangen ist. Ferner kauft der Verbraucher zunehmend preisbewusst ein und bevorzugt preiswerte Handels- und Zweitmarken. Wie können wir die Verbraucher zurückgewinnen und von der Vorzüglichkeit unserer Produkte überzeugen? Das ist eine zentrale Aufgabe von Handel, Molkereien und Bauern. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind kontraproduktiv. Wir müssen an einem Strang ziehen, um den Absatz anzukurbeln. UM plant fachübergreifende Gespräche, um verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen und konkrete Aktionen im Miteinander anzustoßen.

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Zu 3. Wettbewerbsfähigkeit deutscher Milchbauern stärken
Die Wettbewerbsfähigkeit der Milchviehbetriebe ist geprägt durch die nationalen Rahmenbedingungen und die jeweilige einzelbetriebliche Situation. Wir setzen uns für die Angleichung europäischer Produktionsbedingungen ein. Auf europäischer Ebene fordern wir vergleichbare Produktionsbedingungen wie z.B. bei der Agrardieselbesteuerung, Freizügigkeit der Arbeitnehmer, einheitliche Sozialstandards für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft. Die deutschen Milchviehbetriebe brauchen Kostenentlastung, genannt wurden z.B. die landwirtschaftlichen Sozialversicherung, Bauvorschriften und Besteuerung. In der sehr angeregten Diskussion wurde der angedachte Milchfond überwiegend kritisch gesehen. Kopfzerbrechen machte den Teilnehmen vor allem, die Gefahr dass Gelder quasi mit der Gießkanne auf Grünlandflächen ausgebracht werden. In vielen Landesteilen herrscht Flächendruck und zusätzliche Zahlungsansprüche auf der Fläche verbleiben meist nicht beim Bewirtschafter. Sollten Finanzmittel aus der zweiten Säule in die Milchwirtschaft fließen, dann müssen sie den aktiven Milcherzeugern zu Gute kommen. Zentraler Erfolgsfaktor eines jeden Betriebes ist der Betriebsleiter, die Betriebsleiterin. Daher sollten diese Gelder direkt in die Fortbildung der Betriebsleiter und in strukturverbessernde Maßnahmen investiert werden. Aufgaben der Landschaftspflege und spezielle Naturschutzaufgaben müssen von der Milchpolitik entkoppelt werden. Wer solche Leitungen erbringt, soll dafür gesondert entlohnt werden. Es handelt sich aus unserer Sicht dabei nicht um Subventionen, sondern um eine Entlohnung für konkrete Dienstleistungen der Milchbauern. Hier brauchen wir eine breite Akzeptanz der Bevölkerung und die Einbindung der betroffenen Ansprechpartner aus Tourismus, Kommunen, Naturschutz und Landesentwicklung.





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