Studie: Milchstreik - Angebotsverknappung


Institut für Agribusiness: Pressemitteilung

Aktuelle Studie zur Bewertung des Milchlieferstreiks

- Studie zeigt negative Konsequenzen einer künstlichen Angebotsverknappung
- gute Exportchancen für deutsche Molkereiprodukte

Gießen, 3. November 2008. Im Sommer 2008 führte der Milchlieferstreik der deutschen
Landwirte zu Diskussionen bei Produzenten und Verbrauchern über einen „fairen“ Preis
für Milchprodukte. Ein vom Bundes-Landwirtschaftsministerium noch im Juli einberufener
Milchgipfel von Politik und Verbänden erarbeitete Vorschläge zur künstlichen Verknap-
pung des Milchangebots in Deutschland, um höhere Erzeugerpreise durchzusetzen. Jetzt
hat der Agrarausschuss des deutschen Bundesrates ein Votum gegen eine einseitige
deutsche Angebotsverknappung abgegeben. Der Agrarausschuss empfiehlt dem Bundes-
rat, auf seiner Sitzung am 7. November gegen die Maßnahmen des Milchgipfels zur Ver-
knappung zu stimmen sowie gleichzeitig die Liefermöglichkeit (Milchquote) der deutschen
Milcherzeuger um 2% zu erhöhen. Auch auf europäischer Ebene wird derzeit über die
Zukunft des Milchmarktes verhandelt. Mit Abschluss des sogenannten Health Checks
noch im November sollen die Weichen für einen Ausstieg aus der Quotierung der Milch-
produktion in der Europäischen Union gestellt werden.

In einer Studie zu diesen aktuellen Entwicklungen der Milchmarktpolitik analysieren und
bewerten Wissenschaftler des Instituts für Agribusiness, Prof. Dr. P. Michael SCHMITZ
und Dipl.-Ing. agr. Joachim W. HESSE, den Milchlieferstreik, zeigen die möglichen Folgen
der Vorschläge des Bundesverbandes der Deutschen Milchviehhalter (BDM) auf, und
stellen diesen gegenüber die Chancen der deutschen Milcherzeuger und -verarbeiter mit
ihren qualitativ hochwertigen Produkten auf dem europäischen Markt bei einer starken
Marktorientierung. Bereits 44% der deutschen Milcherzeugung fließen in den Export.


„Daher sollte der europäische Milchmarkt schnellstmöglich von staatlichen Regulierungen
befreit werden, um investitionsfähigen und innovativen Unternehmen Chancen zur Ent-
wicklung ihrer Produktion und Vermarktung zu ermöglichen“, so SCHMITZ und HESSE.
Deshalb seien künstliche Angebotsverknappungen, Importbeschränkungen und Preis-
regulierungen keine geeigneten Instrumente, um in einer freien Marktwirtschaft Stabilität
und Wachstum zu gewährleisten. Vielmehr sollten weitere Anstrengungen zur Exportent-
wicklung sowie dem Erschließen neuer Märkte unternommen werden.

Die Studie Nr. 19 „Analyse und Bewertung des Milchlieferstreiks in Deutschland“ aus der
Reihe Agribusiness-Forschung (ISSN 1434-9787) ist zum Preis von 20,- Euro zu beziehen
über das Institut für Agribusiness, Senckenbergstr. 3, 35390 Gießen, Tel. 0641-9937075
oder info@agribusiness.de.


Institut für Agribusiness Telefon (06 41) 99 3 70 70
Senckenbergstraße 3 Telefax (06 41) 99 3 70 69 Ust-IdNr.: DE 221290546
D - 35390 Gießen info@agribusiness.de
Internet: www.agribusiness.de
Das Institut ist eine Einrichtung des Vereins für Agribusiness-Forschung e. V., Gießen.



Bemerkung: Siehe auch Pressemitteilung Unternehmen Milch zum Milchstreik



asdfasdf