Milchmarkt
20.09.2009 Katerogie: Milchmarkt
Marktbericht September 2009
Der Milchmarkt stand im ersten Halbjahr 2009 deutlich unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise. Das Nachfragewachstum in vielen westlichen Ländern wurde gebremst, außer Haus wurde weniger konsumiert, der Verbraucher wählte im Supermarkt eher günstige Handelsmarken statt Markenprodukte.
Die Auswirkungen der schwächeren Nachfrage auf dem Weltmarkt wurden zusätzlich verstärkt durch Wechselkursschwankungen, die Milchprodukte in wichtigen Milch-Importländern verteuerten sowie durch Schwierigkeiten bei der finanziellen Abwicklung von Handelsgeschäften (insb. Kreditversicherungen).
Im Zusammenhang mit einer stattlichen Milchproduktion in den ersten Monaten diese Jahres gerieten die Milchpreise stark unter Druck.
Im zweiten Halbjahr 2009 scheint sich nun die Lage zu verbessern:
Die Milchanlieferung in Deutschland lag im ersten halben Jahr teilweise deutlich über der Vorjahreslinie, nun gibt es einen anderen Trend: Die Milchanlieferung nähert sich der Vorjahreslinie und liegt nur noch knapp darüber.
Gründe hierfür: Bestandsabbau und ein geringerer Kraftfuttereinsatz.
Auf der Nachfrageseite gibt es eine deutliche Belebung sowohl auf dem heimischen Markt (auch durch die warme Witterung und - insbesondere in Süddeutschland - nachfragebelebende Volksfeste, z.B. Oktoberfeste) als auch auf dem Weltmarkt, da die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise nun besser abzuschätzen sind und sich die Wirtschaft langsam erholt.
Folge: Preise für den flüssigen Rohstoff steigen an.
Wenn die Kommission Fingerspitzengefühl beim Umgang mit den Interventionsbeständen zeigt, wird sich die positive Entwicklung am Milchmarkt voraussichtlich fortsetzen.
Der Milchpreis für das Jahr 2009 wird trotzdem für die Milchbauern unbefriedigend ausfallen, erste Schätzungen prognostizieren knapp 24 Cent Grundauszahlungspreis.
Die nachfolgenden Grafiken veranschaulichen die Entwicklungen am Markt:
Dieser Trend gilt auch für die gesamte EU-Milchanlieferung.
Ein Vergleich zwischen der Milcherzeugung in der EU und der Anlieferung weltweit zeigt aber, dass außerhalb der EU in den Hauptproduktionsländern die Produktion 2009 gegenüber dem Jahr 2008 ausgedehnt worden ist.
Aufgrund der wieder ansteigenden Nachfrage scheint es so, als ob sich die Preise für MMP, VMP und Butter wieder nach oben bewegen,
die gestützten Exporte von EU-Milchprodukten haben den Weltmarkt also nicht erschüttern können
Die oftmals kritisierte Intervention ist im zweiten Haljahr 2009 aus den oben genannten Gründen stark rückläufig.
Erfreulicherweise zeigen sich steigende Preise für Milchprodukte auf breiter Front, wie die Grafik zeigt:
Die steigende Nachfrage und die eher rückläufige Produktion haben Auswirkung auf den Spotmarkt, hier am Beispiel Italien:
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