Pressemitteilung: Milchkartell ist keine Lösung
28.04.2009 Katerogie: Pressemitteilungen
Deutsche Milchbauern haben verschiedene
Ansichten über Weg aus der Krise
Nicht alle Milchbauern sind mit den jüngsten Protestaktionen vor den Landesagrarministerien in Stuttgart und Hannover einverstanden. „Die Minister Hauk und Ehlen haben unsere volle Unterstützung“, versichert Fritz Jäger, Vorstandsvorsitzender der deutschen Milcherzeuger im Unternehmen Milch e.V. (UM). Nur wenige Politiker brächten in diesen Tagen den Mut auf, den Milchbauern reinen Wein einzuschenken, kommentiert Fritz Jäger die Proteste vor den Landesagrarministerien. Hauk und Ehlen gehörten dazu.
Den Initiatoren der Protestzüge aus dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) geht es offensichtlich um mehr als um den Milchauszahlungspreis. Sie wollen die Landesagrarminister Peter Hauk (Baden-Württemberg) und Heiner Ehlen (Niedersachsen) für die aktuell niedrigen Milchauszahlungspreise persönlich verantwortlich machen. Massiv fordern sie politische Rückendeckung, um ein EU-weites Milchkartell aufzubauen. Ehlen und Hauk machten in der Vergangenheit nie einen Hehl daraus, dass die Zeiten der Planwirtschaft vorbei sind und sich die Milchbauern auf mehr Markt einstellen müssen. Beide sehen das Ende der Milchquotenregelung und setzten sich im vergangenen Herbst für eine Lockerung des Milchmengensystems ein. Nun wird ihnen von einem Teil der Milchbauern vorgeworfen, dass die beschlossene Erhöhung der Milchquoten um 2,5 % schuld sei an der Milchkrise. Dieses Argument aber greift nicht: „Die Quotenerhöhung wurde zwar beschlossen, die Mehrmenge wird aber von den Milcherzeugern gar nicht produziert,“ kontert Fritz Jäger von UM. Tatsächlich zeichnet sich auf EU-Ebene eine Unterlieferung der Milchquote um ca. fünf Mio. Tonnen ab (Quelle ZMP).
Die Milchanlieferung in der EU liegt sogar deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.
Dies zeigen die Auswertungen der EU-Kommission. Die Preise stehen unter Druck, weil die Nachfrage weltweit zurück gegangen ist.
„Damit Ehlen und Hauk weiterhin einen guten Job machen können, halten wir ihnen den Rücken frei“, kündigte Fritz Jäger an. Die Milcherzeuger von Unternehmen Milch boten den Ministern an, die fünf vom BDM geschenkten Kühe zu übernehmen. Der Erlös aus der Nutzung der Kühe solle Schulmilchprojekten zugute kommen.
Fritz Jäger fordert seine Kollegen auf, endlich in der Realität anzukommen und sich gemeinsam für realistische Ziele einzusetzen. „Der Aufbau eines europaweiten Milchkartells bleibt eine unerfüllbare Utopie“, ist sich Fritz Jäger sicher, denn dafür fehlt es an Mehrheiten und am erforderlichen Rechtsrahmen. Milchbauern bräuchten nicht mehr Bürokratie sondern faire Wettbewerbsbedingungen, eine Belebung des Absatzes und kurzfristige Liquiditätshilfen. Die marktorientierten Milcherzeuger erwarten, dass bei niedrigen Erzeugerpreisen vermehrt Kapazitäten abgebaut werden. Der Rückzug aus der Milchproduktion habe bereits begonnen. Der letzte Börsentermin am 1. April war von einem deutlichen Anbieterüberhang gekennzeichnet. Die zum Verkauf angebotene Milchmenge war doppelt so hoch als die nachgefragte Milchquote.
Mittel- und langfristig rechnen die Milcherzeuger wieder mit steigenden Preisen, wenn das Marktgleichgewicht erreicht ist. In Regionen, die aus landschaftspflegerischen Gründen durch Viehhaltung bewirtschaftet werden sollen, müssen die strukturellen und klimatischen Nachteile finanziell ausgeglichen werden.
Hintergrundinformation Milchkartell
Den Bauern, die im BDM organisiert sind, geht es nicht einfach nur um höhere Milchpreise. Sie fordern von der Politik Unterstützung beim Aufbau eines Milchkartells und eines privatrechtlich organisierten Milchmengensystems. Nach Auslaufen der Milchmengenregelung in 2015 wollen diese Bauern ein eigenes Plansystem aufbauen, das die Produktion der Milch in ganz Europa steuert. Ferner soll in der ganzen EU ein Mindestpreis für Rohmilch festgelegt und durchgesetzt werden. Zu diesem Zweck gründeten sie einen Verein namens Milch Board, der die Milchmengen bündeln soll.
Geplant ist ein Organisationsgrad von mindestens 70 % der deutschen Milch, um durch systematische Verknappung des Angebots höhere Preise am Markt zu erzwingen. Das Bundeskartellamt hat bereits seine Zweifel angemeldet, ob dies gesetzeskonform sei. Lesen Sie hier das Originalschreiben.
http://www.unternehmen-milch.de/news-blog/assets/kartellamt-milchboard0001.pdf
Auch die Mehrheit der deutschen Milcherzeuger bleibt skeptisch. Obwohl der BDM durch spektakuläre Aktionen wie den Milchstreik im letzten Jahr und flächendeckende Veranstaltungen um den Beitritt der Milcherzeuger wirbt, bleibt der Zuspruch verhalten.
Von rund 100.000 deutschen Milchbauern haben sich nur ein Drittel dem Milch Board und BDM angeschlossen.
Pressemitteilung als pdf-Datei
Fritz Jäger
Vorstandsvorsitzender
Deutsche Milcherzeuger im Unternehmen Milch e.V.
...........................................................................
Deutsche Milcherzeuger im Unternehmen Milch e.V.
www.unternehmen-milch.de
Tel. 07685-909313
Geschäftsstelle Deutschland
Lehmfeldweg 11
79261 Gutach
..........................................
Vereinsregister Waldkirch
Vorstand
Fritz Jäger, Marcel Renz, Verena Nopper
Nicht alle Milchbauern sind mit den jüngsten Protestaktionen vor den Landesagrarministerien in Stuttgart und Hannover einverstanden. „Die Minister Hauk und Ehlen haben unsere volle Unterstützung“, versichert Fritz Jäger, Vorstandsvorsitzender der deutschen Milcherzeuger im Unternehmen Milch e.V. (UM). Nur wenige Politiker brächten in diesen Tagen den Mut auf, den Milchbauern reinen Wein einzuschenken, kommentiert Fritz Jäger die Proteste vor den Landesagrarministerien. Hauk und Ehlen gehörten dazu.
Den Initiatoren der Protestzüge aus dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) geht es offensichtlich um mehr als um den Milchauszahlungspreis. Sie wollen die Landesagrarminister Peter Hauk (Baden-Württemberg) und Heiner Ehlen (Niedersachsen) für die aktuell niedrigen Milchauszahlungspreise persönlich verantwortlich machen. Massiv fordern sie politische Rückendeckung, um ein EU-weites Milchkartell aufzubauen. Ehlen und Hauk machten in der Vergangenheit nie einen Hehl daraus, dass die Zeiten der Planwirtschaft vorbei sind und sich die Milchbauern auf mehr Markt einstellen müssen. Beide sehen das Ende der Milchquotenregelung und setzten sich im vergangenen Herbst für eine Lockerung des Milchmengensystems ein. Nun wird ihnen von einem Teil der Milchbauern vorgeworfen, dass die beschlossene Erhöhung der Milchquoten um 2,5 % schuld sei an der Milchkrise. Dieses Argument aber greift nicht: „Die Quotenerhöhung wurde zwar beschlossen, die Mehrmenge wird aber von den Milcherzeugern gar nicht produziert,“ kontert Fritz Jäger von UM. Tatsächlich zeichnet sich auf EU-Ebene eine Unterlieferung der Milchquote um ca. fünf Mio. Tonnen ab (Quelle ZMP).
Die Milchanlieferung in der EU liegt sogar deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.
Dies zeigen die Auswertungen der EU-Kommission. Die Preise stehen unter Druck, weil die Nachfrage weltweit zurück gegangen ist.
„Damit Ehlen und Hauk weiterhin einen guten Job machen können, halten wir ihnen den Rücken frei“, kündigte Fritz Jäger an. Die Milcherzeuger von Unternehmen Milch boten den Ministern an, die fünf vom BDM geschenkten Kühe zu übernehmen. Der Erlös aus der Nutzung der Kühe solle Schulmilchprojekten zugute kommen.
Fritz Jäger fordert seine Kollegen auf, endlich in der Realität anzukommen und sich gemeinsam für realistische Ziele einzusetzen. „Der Aufbau eines europaweiten Milchkartells bleibt eine unerfüllbare Utopie“, ist sich Fritz Jäger sicher, denn dafür fehlt es an Mehrheiten und am erforderlichen Rechtsrahmen. Milchbauern bräuchten nicht mehr Bürokratie sondern faire Wettbewerbsbedingungen, eine Belebung des Absatzes und kurzfristige Liquiditätshilfen. Die marktorientierten Milcherzeuger erwarten, dass bei niedrigen Erzeugerpreisen vermehrt Kapazitäten abgebaut werden. Der Rückzug aus der Milchproduktion habe bereits begonnen. Der letzte Börsentermin am 1. April war von einem deutlichen Anbieterüberhang gekennzeichnet. Die zum Verkauf angebotene Milchmenge war doppelt so hoch als die nachgefragte Milchquote.
Mittel- und langfristig rechnen die Milcherzeuger wieder mit steigenden Preisen, wenn das Marktgleichgewicht erreicht ist. In Regionen, die aus landschaftspflegerischen Gründen durch Viehhaltung bewirtschaftet werden sollen, müssen die strukturellen und klimatischen Nachteile finanziell ausgeglichen werden.
Hintergrundinformation Milchkartell
Den Bauern, die im BDM organisiert sind, geht es nicht einfach nur um höhere Milchpreise. Sie fordern von der Politik Unterstützung beim Aufbau eines Milchkartells und eines privatrechtlich organisierten Milchmengensystems. Nach Auslaufen der Milchmengenregelung in 2015 wollen diese Bauern ein eigenes Plansystem aufbauen, das die Produktion der Milch in ganz Europa steuert. Ferner soll in der ganzen EU ein Mindestpreis für Rohmilch festgelegt und durchgesetzt werden. Zu diesem Zweck gründeten sie einen Verein namens Milch Board, der die Milchmengen bündeln soll.
Geplant ist ein Organisationsgrad von mindestens 70 % der deutschen Milch, um durch systematische Verknappung des Angebots höhere Preise am Markt zu erzwingen. Das Bundeskartellamt hat bereits seine Zweifel angemeldet, ob dies gesetzeskonform sei. Lesen Sie hier das Originalschreiben.
http://www.unternehmen-milch.de/news-blog/assets/kartellamt-milchboard0001.pdf
Auch die Mehrheit der deutschen Milcherzeuger bleibt skeptisch. Obwohl der BDM durch spektakuläre Aktionen wie den Milchstreik im letzten Jahr und flächendeckende Veranstaltungen um den Beitritt der Milcherzeuger wirbt, bleibt der Zuspruch verhalten.
Von rund 100.000 deutschen Milchbauern haben sich nur ein Drittel dem Milch Board und BDM angeschlossen.
Pressemitteilung als pdf-Datei
Fritz Jäger
Vorstandsvorsitzender
Deutsche Milcherzeuger im Unternehmen Milch e.V.
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Tel. 07685-909313
Geschäftsstelle Deutschland
Lehmfeldweg 11
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