Milchbörse

Unternehmen Milch Presseinformation 01. Juli 2009

Milchbauern optimistischer als erwartet
Die deutschen Milchbauern schätzen ihre Zukunftsaussichten weit weniger pessimistisch ein als erwartet. Dieser Schluss lässt sich aus dem Ergebnis der letzten Milchquotenbörse vom 1. Juli 2009 ziehen. Vier mal im Jahr können die deutschen Milchbauern ihre Milchquote auf einer Börse zum Kauf anbieten oder zusätzliche Quote erwerben. Wer angesichts der niedrigen Milchauszahlungspreise damit rechnete, dass Landwirte vermehrt aus der Milchproduktion aussteigen, wurde überrascht. Verkäufer und Kaufinteressenten hielten sich zahlenmäßig in etwa die Waage. Mit 3.912 Nachfragern und 3.775 Verkäufern war sogar ein leichter Nachfrageüberhang zu verzeichnen. „Allen Unkenrufen zum Trotz - ein dramatsiches Höfesterben findet nicht statt“, stellt Fritz Jäger, Vorstandsvorsitzender der Milcherzeugervereinigung Unternehmen Milch, fest. Die Mehrheit der deutschen Milcherzeuger hat den Willen, die Wirtschaftskrise zu überstehen und erwartet wieder bessere Zeiten. Insgesamt wechselten deutschlandweit 164.597.518 kg Milchquote den Eigentümer. Dahinter steht so viel Milchmenge, wie in einer mittleren Molkerei jährlich verarbeitet wird. Allerdings gab es satte Preisabschläge im Verhältnis zum letzten Börsentermin im April 2009. Der Quotenpreis sank im westdeutschen Übertragungsgebiet von 23 auf 15 Cent. Im ostdeutschen Übertragungsgebiet stürzte der Preis mit 8 Cent unter die 10-Centmarke. Im deutlich gesunkenen Quotenpreis spiegelt sich die Erwartung der Milcherzeuger wieder, dass die Milchquote in 2015 endgültig abgeschafft wird. „Die Milcherzeuger richten sich auf das Auslaufen der Milchquote ein, daher ist ihre kontinuierliche Entwertung bis zum Jahr 2015 erwünscht“, so Fritz Jäger. Zwar ist die Lage der Milcherzeuger sehr ernst, weil die aktuellen Milchauszahlungspreise nicht ausreichend sind, aber die Talsohle ist erreicht. Die Auszahlungspreise haben sich im Juni auf niedrigem Niveau stabilisiert. „Wir müssen die Zeit bis zum Auslaufen der Quotenregelung nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milcherzeuger zu verbessern“, betont Fritz Jäger. Unternehmen Milch fordert gemeinsame Anstrengungen der Milcherzeuger und Molkereien, um den Absatz zu beleben. Im Verhältnis zwischen Molkerei und Milcherzeuger müssen Vertragsgrundlagen erarbeitet werden, die den Bedürfnissen der Erzeuger besser gerecht werden.


Fritz Jäger
Vorstandsvorsitzender
Deutsche Milcherzeuger im Unternehmen Milch e.V.
www.unternehmen-milch.de
Tel. 07685-909313
Geschäftsstelle Deutschland
Lehmfeldweg 11
79261 Gutach
..........................................
Vereinsregister Waldkirch
Vorstand
Fritz Jäger, Marcel Renz, Verena Nopper

Meldung als pdf