Kein Vernichtung wertvoller Böden unter dem Deckmantel der Ökologisierung
03.11.2011 Katerogie:
Pressemitteilungen
Alle Maßnahmen, die zu einer Verknappung der landwirtschaftlichen Fläche führen, lehnen wir entschieden ab. Schon jetzt stehen wir als Milcherzeuger in großer Flächenkonkurrenz mit Ackerbauern und Biogasanlagenbetreibern. Fruchtbare Böden sind ein knappes Gut und nicht vermehrbar. Wer sich die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft auf die Fahnen schreibt, muss den Boden als Grundlage jeder Landwirtschaft schützen. Die von EU-Agrarkommissar, Dacian Ciolos vorgeschlagene Ausweisung von ökologischen Vorrangflächen auf 7 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen verkennt daher die Lage der Landwirtschaft und Herausforderungen der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung. Offenbar wird völlig ignoriert, dass seit Jahren innerhalb der EU landwirtschaftliche Nutzflächen in großem Ausmaß in die völlige Verwilderung fallen. Sowohl in den europäischen Gebirgen wie Alpen, Vogesen, Pyrenäen, Abruzzen, als auch in Trockengebieten in Spanien, Portugal und Griechenland gehen durch die Aufgabe der Bewirtschaftung seit Jahren unaufhaltsam Kulturlandschaften verloren. Obwohl die EU-Verwaltung von uns Landwirten vollkommene Transparenz einfordert und einzelbetriebliche Daten in erheblichem Umfang sammelt, liegen offenbar keine belastbaren Zahlen darüber vor, in welchem Ausmaß die Entwirtschaftung und Verwilderung in Europas Regionen voranschreitet. Bevor die Stillegung fruchtbarer und wertvoller Böden von uns Bauern verlangt wird, muss zwingend geklärt werden, wie viele Flächen EU-weit durch freiwillige Aufgabe der landw. Bewirtschaftung ganz von alleine„ökologisiert“ wurden und werden. Wir fordern Klarheit über den Verlauf und die räumliche Ausbreitung der Verwilderung innerhalb der EU.