Quote in Kanada
Update:
"Höfesterben" in Kanada entspricht dem in Bayern:
Bitte auf die Grafik klicken!
Trotz flexibler Mengenregulierung in Kanada seit 1966 92% weniger Betriebe:
Strukturen wie in Kanada würden 65% der Betriebe in Deutschland überflüssig machen:
Das Kanadische Quoten-Modell ist sehr komplex, trotzdem der Versuch, es in wenigen Worten zu erklären: Den Milchviehhaltern wurde eine bestimmte Menge an Produktionsrechten Milch zugeteilt. Eine Kommission, die sich in bestimmten zeitlichen Abständen trifft, versucht seitdem die jeweilige Marktlage zu analysieren und das Angebot an Milch darauf einzustellen. Es gibt eine strenge Einhaltungspflicht auf Seiten der Erzeuger. Die Quotenkosten sind extrem hoch, der Milchpreis liegt auf einem stabilen Niveau. Probleme gibt es natürlich auch in Bezug auf internationale Handelsabkommen.
Schützt dieses System den Familienbetrieb?
Diese Frage wird auf dieser Seite beantwortet: http://www.fcpp.org/main/publication_detail.php?PubID=1917
Hier der Text als pdf-Datei
Und hier die Übersetzung:
Kanadas Milchindustrie behauptet, dass eine Angebots-Steuerung den Familienbauernhof schützt. Eine Informationskampagne der kanadischen Milchwirtschaft vor einigen Jahren zeigte einen kleinen roten Stall in Flammen aufgehen. Damit wollte man auf die Gefahren aufmerksam machen, die angeblich von internationalen Handelsvereinigungen ausgehen.
Die Tatsachen erzählen eine andere Geschichte.
Tabelle:SOURCES: Canadian Dairy Commission, compiled by Agriculture and Agri-Food Canada
• Die Tabelle stellt dar, dass die Zahl Milchviehhalter drastisch fällt - von 174.000 Milchviehbetrieben 1968 bis 53.000 im Jahr 1985. Bis zum 2005 fiel die Zahl um weitere 70% auf 16.224.
• Einen Strukturwandel gab es auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen, aber nicht in diesem Maße. So verringerte sich die Gesamtzahl aller landwirtschaftlichen Betriebe in den Jahren von 1996 bis 2001 lediglich um 11%.
• Ein Grund, warum Milchviehbetriebe viel schneller verschwinden als Betriebe in anderen Bereichen der Landwirtschaft ist die Quote bzw. sind die Kosten der Quote. Quote ist die Lizenz, um die Jahresmilchproduktion einer Kuh überhaupt verkaufen zu können. Diese Kosten fallen also nicht direkt an wie Futterkosten oder Stallbaukosten. Die Quote ist nur ein Papier das dem Milchviehhalter erlaubt, am kanadischen Angebots-Steuerungssystem teilzunehmen.
Die Quote oder die Lizenz für eine Milchkuh in 2005 waren durchschnittlich auf über $28.000 (Kanadische Dollar) pro Kuh gestiegen (Tabelle 2).
• Der Wert der Quote wird aus den Mehreinnahmen durch den erhöhten Marktpreis für Milch, der durch staatliche Eingriffe in den Markt entsteht, bestimmt. Der staatliche Einfluß besteht darin, den Zugang zu diesem Markt zu beschränken
• Regierungen verteilten ursprünglich Quote unter den Landwirten in den frühen siebziger Jahren. Diese Quoteneinteilung basierte auf den zu dieser Zeit bestehenden Marktverhältnissen.
Heute beträgt der Wert der Quote für einen durchschnittlichen kanadischen Milchviehbetrieb rund 1.5 Millionen kanadische Dollar.
• Die Grafik zeigt deutlich, daß sich die Zahl der Milchviehbetriebe umgekehrt proportional zum Quotenwert verhält, d.h. mit steigendem Quotenwert nimmt die Zahl der Milchviehbetriebe ab.
• Die Grafiken zeigen eindeutig, dass das gegenwärtige kanadische System den Familienbauernhof zerstört und nicht schützt. Das Festhalten an der Angebots-Steuerung im Milchbereich führt nicht zu einer Produktivitätssteigerung innerhalb der Branche sondern führt zu einer international nicht mehr wettbewerbsfähigen Milchwirtschaft.
• Das System mit den hohen Quotenkosten wird durch hohe Schutzzölle, zum Beispiel 299% auf Butter, geschützt. Nach Ansicht der Milchviehhalter selbst (in ihren Argumenten gegen eine Welthandelsorganisationsvereinbarung), ergibt jede mögliche Aufweichung der Schutzzölle eine Flut von Molkereiimporten und bringt die heimische Milchindustrie in Gefahr.
Benachteiligt werden aber dadurch andere kanadische Landwirte, besonders in Westkanada, die Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte erzeugen und international wettbewerbsfähig sind, weil diese nicht vom Freihandel mit Agrarprodukten profitieren können, da Kanada durch den geschützten Milchbereich nicht glaubwürdig in den Verhandlungen argumentieren kann.
.•Die hohen Milchpreise wirken sich besonders nachteilig auf die unteren Einkommensschichten aus, weil diese dadurch einen hohen Anteil ihrer Ausgaben für Milchprodukte verwenden müssen.
•Die hohen Milchpreise die notwendig sind um das System zu erhalten, fördern nicht die Entwicklung der Milchwirtschaft sondern schränken die Entwicklung und Wachstum ein. Warum Tiefkühlpizza in Kanada herstellen, wenn ich diese viel billiger aus den USA importieren kann?
•Kanada muss das bestehende Milch-Mengenregulierungssystem aufgeben, damit sich die Milchwirtschaft in Kanada endlich entwickeln kann und damit die unteren Einkommensschichten durch überhöhte Lebensmittelpreise nicht mehr bestraft werden. Wenn wir auf die letzten zwanzig Jahre zurückblicken müssen wir eingestehen, dass wir in Kanada keine brauchbare und entwicklungsfähige
Milchwirtschaft mehr haben.
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Die Zweifel am System sind also da, es gibt natürlich auch Kampagnen gegen das „Supply-Management“:
asdfasdf
