Das Märchen vom Höfesterben

Das, was die Bauern mit ihrer Milch aktuell erlösen, ist zu wenig, darüber sind sich alle deutschen Milchbauern einig.
Kommt es deshalb zu einem großen Höfesterben?
Die Krise zwingt uns dazu, unsere Lage zu überdenken und Lösungen für die Zukunft zu suchen - sowohl einzelbetrieblich als auch branchenbezogen.

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Finde ich eine lukrativere Erwerbsquelle?
Soll ich noch in die Milchviehhaltung investieren?
Reicht meine Liquidität aus, um die Durststrecke zu überbrücken?
Steige ich besser ganz aus der Landwirtschaft aus?

Jeder Betrieb, jede Familie muss für sich eine Lösung finden, es gibt kein Patentrezept für alle. Höfe sterben nicht, aber sie wechseln ihr Gesicht. Entweder ein Betriebsleiter verändert seinen Produktionsschwerpunkt oder er beendet seine unternehmerische Tätigkeit.

Die Schnelligkeit mit der wir auf die aktuelle Krise reagieren sollen, kann jedoch einzelbetrieblich Probleme bereiten. Wer z.B. langfristige Förderdarlehen aufgenommen hat, kann nicht ohne weiteres seine Produktionsrichtung ändern und die Milchproduktion still legen. Nach den derzeitig geltenden Förderrichtlinien, müssten die Darlehensnehmer bei einem Produktionssausstieg vor Ablauf der Förderdarlehen die gewährten Zinsvergünstigungen zurückbezahlen und das Restdarlehen auf einen Schlag zurückzahlen. Ist der Betrieb sowieso schon finanziell eng, kommt er in die Zwickmühle. Er muss weitermelken, obwohl es sich nicht rechnet. Das kann nicht sein.
Wer den Milchmarkt entlastet und aus der Milchproduktion aussteigen will, darf nicht dafür bestraft werden. Hier ist dringender politischer Handlungsbedarf!

Die frei werdenden Flächen seines Hofes werden dann durch einen Pächter bewirtschaftet. Die Schnelligkeit und Wucht, mit der die Ereignisse auf uns wirken, führt mancherorts zu Verunsicherung und Angst. Für die einzelne Familie ist der Entscheidungsprozess oft schmerzhaft.

Neben den rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten spielen auch Emotionen eine große Rolle. Der Ausstieg aus der Milchproduktion, die Trennung von den Tieren ist ein Einschnitt, der nicht immer leicht fällt.

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